Die deutsch-französische Wahl-Zugewinngemeinschaft

Das deutsche Recht kannte bis zum 01.05.2013 drei Güterstände: Gütertrennung, Gütergemeinschaft und den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Zum 01.05.2013 kam der deutsch-französische Güterstand der Wahl-Zugewinngemeinschaft hinzu. Gedacht für deutsch-französische Ehepaare bzw. Lebenspartnerschaften, steht die Wahl dieses Güterstands aber auch deutschen oder französischen Paaren zu, selbst wenn sie im Heimatland leben, kurz: Auch ein deutsches Ehepaar , das in Deutschland lebt, kann diesen Güterstand, der deutsche und französische Rechtsgrundsätze kombiniert, wählen.

Interessant ist dies aus erbrechtlicher Sicht, weil nach deutschem Recht der Güterstand die Erbquote des Ehegatten beeinflusst: Bei einem Ehepaar mit zwei gemeinsamen Kindern erbt Ehegatte nach gesetzlicher Erbfolge des deutschen Rechts bei Tod des Partners 50%, wenn Zugewinngemeinschaft bestand, bei Gütertrennung 33% und bei Gütergemeinschaft 25%. Beim deutsch-französischen Güterstand der Wahl-Zugewinngemeinschaft erbt der überlebende Ehegatte 25% des Nachlasses, wenn sein Ehepartner stirbt, allerdings kann er noch den Ausgleich des Zugewinns verlangen. Das ist also eine vierte Variante, die je nachdem, wer bedacht werden soll und wie hoch bzw. niedrig die Belastung des Erben durch Pflichtteilsrechte sein soll, interessant sein kann.

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